Hochwasserschutz
Gemeinsam
für die Erft-Region!
Die Hochwasserschutzkooperation Erft vereint die Kräfte des Erftverbandes und der beteiligten Kommunen, um gemeinsam effektive Hochwasserschutzmaßnahmen zu entwickeln und umzusetzen. Im Folgenden erfahren Sie mehr über die Aufgabenfelder der hwsErft, die sich auf den Erftverband und die Mitgliedskommunen verteilen.
Unsere Aufgaben
Um ein interkommunales Hochwasserschutzkonzept aufzustellen werden in der hwsErft verschiedene Aufgaben bearbeitet, deren Zuständigkeit beim Erftverband und bei den Kommunen liegt. Der Erftverband bearbeitet Aufgaben der Projektsteuerung und der Interkommunalen Beiträge. Die Mitgliedskommunen der hwsErft. sind für die Erstellung von kommunalen Hochwasserschutzkonzepten zuständig.
Projektsteuerung
Die Projektsteuerung liegt in der Verantwortung des Erftverbandes.
Vier Arbeitspakete werden für die Projektsteuerung definiert: die Projektleitung/Koordination, die Förderanträge & Vergaben, die Qualitätssicherung und die Kommunikation.
Projektleitung/Koordination
Um die Entwicklung des interkommunalen Hochwasserschutzkonzeptes effektiv voranzubringen, wird die Kooperation durch eine Lenkungsgruppe organisiert, die als zentrales Gremium für Absprachen und Entscheidungen zu übergeordneten Themen der Zusammenarbeit dient. Die Gruppe setzt sich aus Vertreter*innen aller Kooperationsmitglieder zusammen. Hier werden wichtige Weichen gestellt, um das Projekt zielgerichtet voranzutreiben und den Hochwasserschutz in der Erft-Region nachhaltig zu verbessern.
Das Gesamtvorhaben wurde anhand der Einzugsgebietscharakteristika der Erft in Teilprojekte gegliedert. Diese Aufteilung ermöglicht es, die spezifischen Herausforderungen und Gegebenheiten in den einzelnen Teilprojekten gezielt anzugehen. Durch die enge Verzahnung der Teilprojekte und den regelmäßigen Austausch der Lenkungsgruppe wird sichergestellt, dass alle Aktivitäten ineinandergreifen. So können Synergien genutzt und das interkommunale Hochwasserschutzkonzept erfolgreich aufgestellt werden.
Förderanträge & Vergaben
Im Rahmen der Projektleitung hat der Erftverband Musterförderanträge für die Mitgliedskommunen erstellt, die intensiv mit der Bezirksregierung Köln und dem Umweltministerium abgestimmt wurde, um im weiteren Verlauf eine schnelle Bearbeitung/ Prüfung zu gewährleisten. Darüber hinaus wurden Musterleistungsbeschreibungen (Lastenhefte) erstellt, die den fachlichen Rahmen und den Arbeitsrahmen zur Erstellung der kommunalen Hochwasserschutzkonzepte aufzeigen. Die Mitgliedskommunen der hwsErft können mit Hilfe dieser Lastenhefte ein Ingenieurbüro mit der Erstellung eines kommunalen Hochwasserschutzkonzeptes beauftragen.
Qualitätssicherung
Im Rahmen der Qualitätssicherung wird geprüft, ob die geplanten kommunalen Hochwasserschutzmaßnahmen Synergien zu den Interkommunalen Beiträgen des Erftverbands aufzeigen und stellt sicher, dass die Umsetzung einzelner Hochwasserschutzmaßnahmen keine Verschlechterung für Unter-/Oberlieger herbeiführt (Verschlechterungsverbot).
Kommunikation
Zur effektiven Projektkommunikation wurde eine Redaktionsgruppe für die Belange der hwsErft ins Leben gerufen. Sie besteht aus Vertretenden der Presse- und Fachabteilungen der Mitglieder sowie der Projektleitung hwsErft und Pressestelle des Erftverbandes. Ein Konsortium aus Berater- und Kommunikationsagenturen ergänzt die Gruppe. Das Konsortium erstellt vor allem die Kommunikationsmaterialien, unterstützt bei der Erstellung von Pressemitteilungen, Social-Media-Beiträgen und Erklärfilmen.
Interkommunale Beiträge
Die Interkommunalen Beiträge liegt in der Verantwortung des Erftverbandes.
Drei Arbeitspakete werden für die Projektsteuerung definiert: die Schadenspotentiale, die Hochwasserrückhaltebecken und die natürliche Retention der Gewässer und Auen
Schadenspotenziale bewerten
Der Erftverband übernimmt die Bewertung der Hochwasserrisiken auf interkommunaler Ebene. Dabei arbeitet er eng mit den zuständigen Behörden zusammen, um die relevanten Grundlagen zur Beurteilung von Schadenspotenzialen und zur Einschätzung geplanter Hochwasserschutzmaßnahmen zu ermitteln.
Schadenspotenziale beziehen sich auf die möglichen Schäden, die durch Hochwasserereignisse verursacht werden können. Diese Schäden können sowohl materieller Natur sein wie die Zerstörung von Gebäuden und Infrastruktur als auch immaterieller Natur wie der Verlust von Menschenleben.
Die Bewertung der Hochwasserrisiken ist ein zentraler Bestandteil des Hochwasserschutzes. Der Erftverband analysiert dabei, wie ein zu erwartender Hochwasserschaden durch die Umsetzung von Hochwasserschutzmaßnahmen und -kombinationen minimiert werden.
Diese Analyse erfolgt auf interkommunaler Ebene, das heißt, sie berücksichtigt die Risiken und Schadenspotenziale über die Grenzen einzelner Kommunen hinweg.
Hochwasserrückhaltebecken (Erftverband)
Um die Sicherheit vor Hochwasserereignissen zu verbessern, sollen in der Erft-Region weitere Hochwasserrückhaltebecken (HRB) gebaut werden. Mittels einer Retentionsraumanalyse wurden alle Fließgewässer im Gebiet der hwsErft auf wirksame Standorte für Rückhaltemaßnahmen (Retentionsmaßnahmen) untersucht, die technisch realisierbar sind. Dabei werden sowohl Standorte für kleinere HRB (kommunale Wirkung) als auch für größere HRB (interkommunale Wirkung) in Betracht gezogen.
Die Wirksamkeit potentieller Hochwasserrückhaltebecken wird mit Hilfe hydrologischer Modelle nachgewiesen. Dies ist ein Verfahren, bei dem computergestützte Modelle verwendet werden, um das Verhalten von Wasser in Flüssen und Gewässern zu simulieren und die Auswirkungen bestimmter Abflüsse zu bewerten. Aktuell befinden sich die vielversprechenden Standorte – vier Hochwasserrückhaltebecken und ein Hochwasserabschlag, in unterschiedlichen Planungsstadien.
Der Ausbau von Rückhaltebecken ist ein entscheidender Baustein, um die Hochwassersicherheit in der Erft-Region kontinuierlich zu verbessern und unsere Kommunen besser vor den Folgen von Hochwasserereignissen zu schützen.
Natürliche Retention der Gewässer und Auen
Im Fokus der Maßnahmen zur Verbesserung des Hochwasserschutzes in der Region steht außerdem die natürliche Retention der Gewässer und Auen.
Natürliche Retention bedeutet, dass die Landschaft und die Gewässer so umgestaltet oder wiederhergestellt werden, dass sie Wasser besser zurückhalten und den Abfluss verlangsamen können.
Dies geschieht durch verschiedene Maßnahmen wie die Wiederherstellung von Flussläufen, die Schaffung von Feuchtgebieten und die Renaturierung von Auen. Auen sind von Niedrig- und Hochwasser geprägte Bereiche entlang von Fließgewässern, die dementsprechend bei Hochwasser überflutet werden sollen.
Diese Initiativen sollen ergänzend zu den bestehenden und geplanten Hochwasserrückhaltebecken den natürlichen Rückhalt in der Landschaft verstärken und die Auenbereiche reaktivieren , sodass Gewässer wieder mehr Raum bekommen ohne Schaden anzurichten. So gehen technische und natürliche Maßnahmen Hand in Hand.
Kommunale Hochwasserschutzkonzepte
Die Erstellung der kommunalen Hochwasserschutzkonzepte liegt in der Verantwortung der Kommunen und wird seitens des Erftverbands begleitet. Vier Arbeitspakete werden für die kommunalen Hochwasserschutzkonzepte definiert: die Durchführung von Bürgerworkshops, die Bestandsaufnahme und Bewertung der Hochwassersituation, die Maßnahmenentwicklung und technische Hochwasserschutzkonzepte und die Integration weiterer kommunaler Konzepte (z.B. Starkregen).
Bürgerworkshops
Die Einbindung von Bürgerinnen und Bürgern genießt einen hohen Stellenwert in der interkommunalen Kooperation. Daher gibt es insgesamt zwei Reihen von Bürgerworkshops in den Ortslagen;
eine Workshopreihe zeitnah zu Beginn der Erstellung kommunaler Hochwasserschutzkonzepte um über die Inhalte des Projekts zu informieren, vergangene Ereignisse aufzuarbeiten und Maßnahmenideen seitens der Bevölkerung aufzunehmen. Die zweite Workshopreihe, gegen Ende des Projekts, soll dazu dienen, Bürgerinnen und Bürger im Gespräch über den Fortschritt zu informieren und bereits abgeleitete Schutzmaßnahmen vorzustellen und zu diskutieren.
Bestandsaufnahme und Bewertung der Hochwassersituation
Zur Bestandsaufnahme und Bewertung der Hochwassersituation werden zunächst alle relevanten Datengrundlagen gesammelt. Dazu zählt auch der Aspekt des Maßnahmenbestands in der jeweiligen Kommune. Zudem werden durch Ortsbegehungen und Expertengespräche, z.B. der Feuerwehr und lokalen Einsatzstellen, kritische Stellen im Hochwasserfall kartiert. Durch eine hydrologische / hydraulische Gebietsanalyse werden basierend auf den erhobenen Daten und Grundlagen Schadenspotenziale prozessbasiert kartiert und quantifiziert, sodass eine ganzheitliche Bewertung der aktuellen Hochwassersituation ermöglicht wird.
Maßnahmenentwicklung und technische Hochwasserschutzkonzepte
Das Arbeitspaket Maßnahmenentwicklung und technische Hochwasserschutzkonzepte übernimmt die Grundlagen der Vorarbeiten zur Bewertung der Hochwassersituation. Um konkrete Standorte, an denen Handlungsbedarf besteht, ableiten zu können, müssen Schutzziele seitens der Kommunen definiert werden. Diese Schutzziele werden auf interkommunaler Ebene abgestimmt (Qualitätssicherung), sodass vereinheitlichte Schutzziele in allen Kommunen definiert werden. Potenzielle Standorte für Maßnahmen werden wie bei den interkommunalen Schutzkonzepten einer Restriktions- und Wirksamkeitsanalyse unterzogen. Sämtliche Maßnahmen werden hinsichtlich ihrer interkommunalen Wirksamkeit durch den Erftverband beurteilt, sodass alle kommunalen Maßnahmen fachlich aufeinander abgestimmt sind.
Einbindung weiterer kommunaler Konzepte
Über das Arbeitspaket zur Einbindung weiterer kommunaler Konzepte wird gewährleistet, dass u.a. auch Starkregenkonzepte oder auch Konzepte zur Gefahrenabwehr an die kommunalen Hochwasserschutzkonzepte angepasst und abgestimmt werden.